An orange circle and a purple circle represent connectivity.
Lernen Sie Matt Brownlie kennen, einen Mann, dessen Karriere ihn um die ganze Welt geführt hat, aber jetzt Dubai sein Zuhause nennt, wo er mit einem der größten und innovativsten Taxisysteme der Welt arbeitet.
Erzähle Sie uns ein wenig über Ihren Hintergrund und wie Sie angefangen haben.

In meinem letzten Jahr in der Uni (Universität) hat sich für mich eine Gelegenheit bei einem lokalen Taxi-Unternehmen in Townsville, Queensland, Australien für einen Teilzeit-Job ergeben. Der IT-Typ dort ging zurück zur Universität, um einen Master-Abschluss zu machen und er dachte, dass es eine gute Idee wäre die Stellenanzeige über das schwarze Brett der IT-Community in der Universität zu teilen. Die Anzeige landete dann in der Klasse meiner Frau! Sie hat diese an mich weitergeleitet, weil sie wusste, dass ich nach einer Aufgabe neben meinem Studium suchte, da mir ein wenig langweilig war.

Moment mal, Sie waren während der Uni-Zeit verheiratet?

Ja, wir haben ziemlich schnell geheiratet. Ich war 19. Es machte einfach Sinn, oder? Es war eins der Dinge, die für uns einfach Sinn machten. Es könnte sein, dass wir jetzt anders darüber denken, wenn Sie einen von uns beiden fragen…oder besonders Katherine. [Lacht]

Sie haben also den Job bekommen und niemals zurückgeblickt?

Das war meine allererste Erfahrung in der Taxi-Branche. Es war schon witzig, ich ging dort hin und trug einen Anzug und so und habe nicht darüber nachgedacht, wie ein Taxi-Unternehmen arbeitet. Mir ist sehr schnell klar geworden, dass ich für diese Art der Arbeit viel zu gut angezogen war! [Lacht]

Der Manager des Unternehmens hat sich sehr auf Innovationen konzentriert. Und so rund zwei Jahre nachdem ich dort angefangen hatte, haben wir damit begonnen uns andere Taxi-Unternehmen in anderen Städte angesehen und wie es dort zuging und in den meisten Fällen haben sie dort kein Internet verwendet. Das war in den frühen 2000er Jahren.

Wir haben gesehen, wie das Internet in kommerzieller Sicht richtig abgehoben ist. Alle hatten Webseiten, alle hatten E-Mail, aber es ging darum, wie das Internet das Geschäft umwandeln konnte, das war die Gelegenheit.

Hört sich so an, als wären Sie auf der richtigen Spur gewesen. Was ist passiert?

Uns ist ziemlich schnell klar geworden, dass wir damit beginnen konnten, auch in anderen Städten Services zur Verfügung zu stellen, dort konnten wir dann mit den lokalen Betreibern eine Partnerschaft bilden und tatsächlich das Geschäft für sie führen konnten.

Eine der größten Herausforderungen für viele Betreiber ist es, die laufenden Kosten zu verwalten. Wenn Sie einen 24/7-Betrieb haben, dann sind eine Menge Kosten in diesen Service involviert. Wir haben uns also um große Einsparungen bemüht. „Wir sollten uns zusammentun und ein größeres Netzwerk erstellen in dem wir alle einander helfen und die Kosten reduzieren, wo immer es möglich ist.“ Das war die Einsparung.

Am Ende hatten wir uns großflächig ausgebreitet.

Wie dem auch sein, es hat mich viele Jahre beschäftigt. Wir haben in verschiedenen Städten expandiert und das alles war ziemlich aufregend.

Dann im Jahr 2008 wurde mir eine Stelle bei Sigtec angeboten, das war einer unsere Techologie-Anbieter in UK. So haben meine Frau und ich Australien hinter uns gelassen und sind in…Schottland gelandet. [Hinweis vom Editor: Das Taxi-Unternehmen Sigtec wurde im Jahr 2011 Teil von Trapeze.]

Schottland? Nicht London?

Also ursprünglich sollte ich im Büro in der Nähe von London sein, aber das Technik-Team hatte den Sitz in Glasgow. Ich fuhr nach Glasgow, um mich mit ihnen in Verbindung zu setzen und sie besser kennenzulernen, aber je länger ich dort war, um so mehr realisierte ich, dass ich nicht mehr aus Glasgow weg wollte. So sind Katherine und ich dort geblieben und wir haben es wirklich genossen. Wir sind dort für knapp über drei Jahre gewesen.

Dort habe ich wirklich Massentransit gesehen. Wenn man aus North Queensland kommt, dann ist der öffentliche Nahverkehr außerhalb der großen Städte wirklich schlecht. Im Allgemeinen habe ich durch meinen Aufenthalt in UK eine andere Wertschätzung des Öffentlichen Nahverkehrs bekommen.

Wie sind Sie in Dubai gelandet?

Ich habe meine Stellung mit dem Geschäftsführer des Unternehmens in den VAE getauscht. [Lacht]. Er kam jetzt bald in das Rentenalter und es waren Enkelkinder unterwegs, deshalb wollte er gerne zurück gehen und mehr Zeit in UK verbringen. Eigentlich haben wir nur die Jobs getauscht. Ich kam nach Dubai um mich um das Geschäft in den VAE zu kümmern und er ging zurück nach UK, um dort das UK-Geschäft zu führen.

Ich habe mir immer Gelegenheiten angesehen, wenn sie mir begegnet sind. Es liegt an dir selbst, ob du sie annimmst oder nicht. Ich habe mit dem Unternehmen eine Vereinbarung getroffen, dass ich Dubai ein Jahr geben würde.

Und wie lange sind Sie jetzt dort?

In diesem November werden es 10 Jahre! [Lacht]

Erzählen Sie uns mehr darüber, wie es war, in diesem Teil der Welt zu arbeiten.

Es ist sehr aufregend an einem Ort zu sein, wo sich wirklich sehr auf die Innovation konzentriert wird. Wenn man Kunden wie in Dubai hat, die immer das Neueste und Beste einsetzen möchten und auch Dinge tun, die noch niemand zuvor gemacht hat, ist es sehr oft spannend.

Wir arbeiten mit der regionalen Transportbehörde (Dubai RTA) zusammen, ihnen gehört das System, aber alle sechs Taxi-Betreiber in der Stadt nutzten das eine System. So kann der Taxi-Betreiber seine Flotte verwalten, während die Behörde an der Spitze sitzt, alles sehen kann und Zugriff auf die Dashboards hat.

Alle Daten sind für die Betreiber in Echtzeit verfügbar, um ihre Geschäfte zu führen. Jeder der Betreiber führt sein Unternehmen etwas anders, obwohl sie alle diese gemeinsame Plattform nutzen. Und das ist wirklich ein coole Sache. Wenn man sich ansieht, wie es in London mit TfL gemacht wird und die Betreiber dieses eine System nutzen, dann ist es wirklich ähnlich wie in Dubai, aber eben in der Taxi-Branche.

Es gibt auch Möglichkeiten an neuen Implementierungen zu arbeiten, wo vorher noch keine andere Lösung verwendet wurde, wie das Riyadh Bus Projekt, bei dem unser Kunde, die Royal Commission für Riyadh City ein Bus-System von Weltklasse aufbaut (zusammen mit dem Metro-System, und das komplett von Grund auf.

Erzähle Sie uns ein wenig darüber, wie ein typischer Tag bei Ihnen abläuft.

Im Allgemeinen tendieren viele unserer Kunden dazu früher am Tag zu arbeiten und dafür auch früher Feierabend zu machen. Also finden die meisten unserer Treffen während dieser Zeit statt. Auf der anderen Seite bevorzugt RTA uns am Nachmittag zu kontaktieren, wenn es keine Störungen durch andere Treffen gibt. Das Team hier ist also wirklich immer ziemlich beschäftigt. Wir haben hier in den VAE und in KSA ein wirklich gutes Team.

Eine Herausforderung hier in der Region ist die Dokumentations- und Zeichnungsberechtigung. Es gibt eine Menge Orignalpapiere, die von Hand zu Hand gehen. Digitale Dokumente werden hier nicht wirklich akzeptiert, obwohl es sich durch die Pandemie langsam ändert. Wir verbringen eine Menge Zeit damit, die Prozesse die Originalpapiere zu verwalten.

Gibt es bestimmte Projekte, an denen Sie in den Jahren gearbeitet haben und bei denen es für Sie sehr spannend war, ein Teil davon zu sein?

Spät im Jahr 2019 haben wir etwas gestartet, dass wir Customer Connect nennen, und zwar mit der RTA in Dubai, für die jetzt verspätete World Expo 2020. Die Idee war, dabei zu helfen und zu versuchen die Sprachbarriere zu durchbrechen.

Dubai ist ein Tourismus-Knotenpunkt und man kann nicht erwarten, dass Besucher Roaming auf ihren Telefon haben, wenn sie herkommen. Es ist auch unwahrscheinlich, dass jemand eine App installieren wird. Wir haben einen Hotspot implementiert, der die Personen über ihren Browser mit einem lokalen Portal im Fahrzeug verbindet. Das erlaubt dem Kunden dann auf den Zähler zuzugreifen, den Namen des Fahrers zu sehen, das Fahrzeug auf der Karte zu sehen usw. Es zeigt auch die Kosten der Fahrt in Währung des Herkunftslands des Kunden an.

Fahrgäste können das Fahrtziel auf der Karte auswählen und mit dem Fahrer in ihrer Landessprache sprechen. Man kann also einen Fahrer haben, der Arabisch spricht und einen Kunden, der Mandarin spricht. Der Kunde spricht in Mandarin mit dem Fahrer und der Fahrer bekommt Arabisch im Zähler angezeigt. Genauso funktioniert es anders herum, der Fahrer spricht Arabisch und das Telefon des Kunden antwortet ihm in Mandarin!

95% der Touren in Dubai basieren nicht auf einer Buchung, sondern finden auf der Straße statt. Ich habe immer betont, dass wenn man sich in einem öffentlichen Bereich befindet und man eine App verwenden muss, um eine Buchung vorzunehmen, dass dann das System fehlgeschlagen ist. Taxis sollten sich dort befinden, wo die Menschen sie benötigen. Niemand sollte da sitzen und Buchungen vornehmen und warten.

Dubai hat dieses Problem im Großen und Ganzen gelöst. Jetzt sind sie dabei das Ganze zu einer einfacheren und reicheren Erfahrung zu machen, z. B. durch Customer Connect.

Was gefällt Ihnen besonders in dieser Branche?

Der Personentransport ist ein sehr erfüllender Bereich, wenn man darin arbeitet. Es ist ein wichtiger Teil einer jeden Stadt weltweit. Man kann die Einflüsse von dem sehen, was man in der Stadt getan hat und man weiß, was darin involviert ist. Ich nutze die RTA-Services hier in Dubai sehr oft und unser Team und ich sind schon jetzt sehr aufgeregt und warten darauf, wenn wir in diesem Jahr den Start des Riyadh Bus-Service sehen werden. Und diese Erfahrungen aus erster Hand helfen mir dabei, im Team neue Ideen einzubringen. Es ist großartig, wenn man den Service nutzt, an dessen Entstehung bzw. Weiterentwicklung man selbst ein Teil war.


Weitere Inhalte