An orange circle and a purple circle represent connectivity.

Maretha Britz ist eine Wegbereiterin, die auf einen sicheren und zuverlässigen Öffentlichen Personennahverkehr in ihrem Heimatland hinarbeitet. 

Als Geschäftsführerin der Trapeze Group in Südafrika mit Sitz in Johannesburg, versteht sie die Komplexität und die Herausforderungen. Afrika ist ein Schachbrett aus Ländern, Sprachen, Regierungen, Landschaften und Menschen, die gemeinsam eines der größten und wildesten Kontinente des Planeten teilen. 

„Um in Afrika erfolgreich sein zu können, müssen Sie Afrika verstehen, denn es gibt so viele verschiedene Länder und sie alle haben verschiedene Kulturen, Sitten und Traditionen”, sagt Maretha. 

Es ist zudem ein Gebiet, in dem die steuerliche Grundlage gering ist und die Infrastruktur sich noch entwickelt. Die meisten größeren Infrastrukturprojekte in Afrika werden von der Weltbank, europäischen Spendern oder anderen Parteien unterstützt. Sie sagte, dass alle großen afrikanischen Städte den gleichen Herausforderungen gegenüberstehen. 

Das Hauptproblem ist die Finanzierung. Beim öffentlichen Personennahverkehr sind die verfügbaren Geldmittel wegen Korruption oder ungenügender Steuereinnahmen für die Gewährung von Subventionen begrenzt. 

„Da ist eine große Lücke zwischen dem oberen und unteren Ende des Marktes. Es gibt keine Mittelklasse. Die Menschen am oberen Ende sind relativ reich, sie können es sich leisten, schicke Allradfahrzeuge zu fahren, und dann sind da die Menschen der unteren Klasse, die sich wirklich abmühen und gerade mal genug Geld für eine Busfahrt oder eine Taxifahrt haben, wenn also etwas dazwischen kommt, können sie nicht zur Arbeit fahren. 

Einer aktuellen Studie zufolge gehen mehr als 55 bis 60 % der Menschen zu Fuß zur Arbeit, obwohl diese Wege nicht kurz sind. Städte in Südafrika sind derart strukturiert, dass die Innenstadt die Büroflächen im Stadtzentrum umfasst, umgeben von Gewerbegebieten an der Peripherie, während die meisten Arbeiter in den Vororten leben. 

Mit Leidenschaft versucht sie, etwas zu ändern und bringt eine Vielzahl von Strategien zur Geschäftsentwicklung mit, um die lokale Präsenz von Trapeze zu erweitern. 

„Den öffentlichen Personennahverkehr für diese Menschen verfügbar zu machen, wird einen Unterschied bewirken, der ihr Leben bereichern wird”, sagt sie. 

Mit ihrer Erfahrung im Bereich Unternehmensressourcenplanung bei Deloitte und Oracle Solutions betrat Maretha die Welt des öffentlichen Personennahverkehrs zu einem günstigen Zeitpunkt. Die südafrikanische Regierung hatte gerade eine Initiative ins Leben gerufen, einen offiziellen Plan für den Einsatz eines öffentlichen Personennahverkehrssystems in drei oder vier der größten Städte des Landes zu erarbeiten, um sich auf seine Rolle als Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft 2010 vorzubereiten. 

Dies war ein entscheidender Wendepunkt. Vor 2009 besaß Südafrika kein formelles öffentliches Personennahverkehrssystem – weder städtisch verwaltete noch von anderen offiziellen Stellen betriebene Systeme. Es gab eine massive Taxi-Minibus-Industrie voller Probleme. 

Die Lösung war Bus Rapid Transit (BRT), der schnellste und wirtschaftlichste Weg für eine qualitativ hochwertige Nahverkehrsverbindung zwischen den Gastgeberstädten der Weltmeisterschaft, ihren Innenstädten und den Fußballstadien, wobei gleichzeitig ein nachhaltiges Erbe hinterlassen wird. Und für über den Großteil eines Jahrzehnts haben das südafrikanische Verkehrsministerium und große Städte wie Johannesburg, Kapstadt und Pretoria BRT übernommen. 

„Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagt Maretha. Es wurde eine Ausschreibung für eine Fahrkartenverkaufslösung für den Nahverkehr in Kapstadt durchgeführt und sie war Teil des siegreichen Angebots, vom Verkaufszyklus bis hin zum Start der Installation. 

Heutzutage gibt es einen steigenden Bedarf, Gelder, Ressourcen und Subventionen in den Schienenverkehrssektor zu stecken. BRT spielt immer noch eine wichtige Rolle und laufende Studien versuchen zu bestimmen, wie das System und die Taxi-Minibus-Industrie verbessert werden müssen, die es unterstützt. 

„Mein Job ist eine ziemliche Herausforderung, doch er gibt mir die Gelegenheit, innovativ zu sein”, sagt sie über die Leitung des Trapeze-Teams in Afrika seit 2015. 

„Ich kann innovative Geschäfts- und Finanzmodelle vorbringen, um zu sehen, wie wir Städten dabei helfen können, ihre finanziellen Herausforderungen zu meistern und gleichzeitig den Pendlern diese Lösungen zur Verfügung stellen, so dass sie sicher und problemlos zur Arbeit oder nach Hause fahren können.” 

Wenn sie nicht gerade der Weltbank hinterherjagt, um Gelder zu erhalten, oder Löwen auf einer wohlverdienten Safari jagt, verbringt Maretha den Samstagvormittag auf dem Fußballplatz und jubelt ihren Enkeln zu. Und jeden Morgen bevor Sie mit ihrem Arbeitstag beginnt, unternimmt sie mit ihren zwei Scottish-Terriern Mia und Milo auf einen 8 km langen Spaziergang. 

Sie macht keine halben Sachen! 

„Es ist so viel besser, den Kopf im Freien freizubekommen, als innnerhalb geschlossener vier Wände zu sein.” 


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